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Datum & Uhrzeit: 2011-04-21

Autor: Rudolf Landauer, HSt

Für die Zuschauer, meist Patienten und Mitarbeiter der Rosentrittklinik und der benachbarten Kliniken, gab es eine spannende Abwechslung des Klinikalltags. Für die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Bad Rappenau und der Abteilungswehr Bonfeld aber war es die Probe für den Ernstfall und die verlief daher unter realistischen Bedingungen. Bei der Übung im Kurgebiet hatte der stellvertretender Kommandant Thomas Wachno alle Fäden in der Hand.Rasche Reaktion Und so sah die angenommene Gefahrensituation aus: Im Therapiebereich der Klinik drückte eine Klinikmitarbeiterin um 14.30 Uhr den Brandmeldeknopf und löste den Feueralarm aus, nachdem sie starke Rauchentwicklung festgestellt hatte. Bereits um 14.35 Uhr, also fünf Minuten nach dem Alarm, traf das Kommandofahrzeug mit Blaulicht und Martinshorn an der Einsatzstelle ein, dahinter schon die Löschfahrzeuge. "Wir holen sofort die winkenden Frauen am Fenster im unteren Geschoss aus der Gefahrenzone", ordnete Wachno an. Rasch wurden Leitern angestellt, und die Frauen waren nach kurzer Zeit im Freien. Gleichzeitig machten sich die Atemschutzträger fertig und legten sorgfältig ihre Geräte an. Mehrere Personen befanden sich in dem verqualmten Therapiebereich. Sie mussten schnellstmöglich gesucht und gerettet werden, so der Auftrag der Wehrleute.Über die sogenannte Laufkarte der Brandmeldeanlage wurde den vier Atemschutzteams zunächst der Weg zum Auslösepunkt des Alarms angezeigt, drinnen waren sie dann aber auf sich gestellt. Thomas Wachno: "In solchen Situationen ist eine hervorragende Orientierung unbedingt erforderlich. Das Gebäude ist sehr groß, hat viele Gänge, Zimmer und Treppen." Umsichtiges Handeln war gefragt. Damit der Qualm aus den Gängen und Fluren getrieben wird, setzte die Feuerwehr starke Gebläse ein. Kommandant Felix Mann hatte seinem Stellvertreter die Leitung der Übung überlassen und beobachtete sie lediglich mit seinem Stellvertreter Axel Klumbach. Aus dem fünften und dem achten Stock riefen Patienten um Hilfe. Wachno beorderte die neue Drehleiter 23/12 vor die Klinik.Wie ein Fahrstuhl Die Zuschauer staunten, wie rasch dieses moderne Gerät einsatzfähig war und sich fast mit Fahrstuhlgeschwindigkeit den Balkonen in den oberen Stockwerken näherte. Nacheinander bargen die schwindelfreien Wehrleute fünf Personen aus luftiger Höhe. Eine verletzte Person wurde sogar liegend auf einer Spezialtrage festgezurrt, auf den Korb der Drehleiter gehievt und ebenfalls sicher zur Erde gebracht. "Das ist sehr eindrucksvoll, und die Leute haben das gut im Griff", sagte ein Patient, der das Geschehen verfolgte. Insgesamt 20 Bad Rappenauer und sechs Bonfelder Feuerwehrleute beteiligten sich an der Übung, mit deren Verlauf sich Thomas Wachno am Ende sehr zufrieden zeigte.Bild: Die Bad Rappenauer Feuerwehr übt, was im Brandfall zu tun ist, wenn Menschen in einer Klinik voller Qualm aus großer Höhe zu bergen sind. Foto: Rudolf Landauer