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Datum & Uhrzeit: 2022-05-18

Autor: Nicole Theuer, HSt

Eine beeindruckende Zahl: 8760 Stunden im Jahr sind die Aktiven der Freiwilligen Feuerwehr Bad Rappenau in Bereitschaft, um zu schützen, retten, bergen und löschen. Die Herausforderungen sind vielfältig, kein Einsatz gleicht dem anderen. „Die Detailtiefe der Aufgaben erhöht die Diversität der Aufgaben“, macht Felix Mann, Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Bad Rappenau deutlich. Doch nicht nur die Aufgaben haben sich gewandelt, weiß Mann, „auch die Toleranz der Arbeitgeber, Feuerwehrleute für Einsätze freizustellen, wird stärker hinterfragt. Das bedeutet für uns, wir brauchen mehr Mitglieder und werden uns Maßnahmen zur Mitgliederwerbung und Mitgliederbindung überlegen.“Altersstruktur Mehr Mitglieder, das wünscht sich der Kommandant für alle Abteilungen, stellt aber gleichzeitig auch fest, „unsere beiden großen Abteilungen Bad Rappenau und Süd sind von der Altersstruktur her gut aufgestellt, das Gros der Aktiven ist zwischen 20 und 30 Jahre alt und wir sehen auch, dass weniger Mitglieder in die Altersmannschaft wechseln werden als Aktive aus der Jugendfeuerwehr nachrücken.“Ein anderes Bild zeichne sich ab, so Mann, „wenn wir nach Wollenberg und Heinsheim schauen. Dort sieht es so aus, dass in den nächsten Jahren mehr Kameraden in die Altersabteilung wechseln werden als Jugendliche nachrücken.“Insgesamt tun in den sieben Einsatzabteilungen der Feuerwehr Bad Rappenau 254 Aktive Dienst. Doch sie hat nicht nur ehrenamtliche Mitglieder, sondern auch hauptamtlich Beschäftigte. „Wir haben umgestellt. Unsere hauptamtlichen Mitarbeiter sind jetzt feuerwehrtechnische Angestellte“, erklärt Felix Mann. „Wir planen auch, unsere hauptamtlichen Stellen aufzustocken. Derzeit absolviert Fabian Michelbach seine Ausbildung, im kommenden Jahr kommen nochmals 1,5 hauptamtliche Mitarbeiter dazu.“ Diese Personalaufstockung gehört zum Feuerwehrbedarfsplan, den der Gemeinderat im vergangenen Jahr einstimmig verabschiedete.Zur Umstrukturierung in der Personalstruktur gehörte auch, dass sich Monika Mayer und Matthias Rödler zu Rettungssanitätern qualifizierten. „Wir kommen schon mal an Einsatzstellen, an denen der Rettungsdienst noch nicht da ist oder an die gar kein Rettungsdienst alarmiert worden ist“, so Mann. „Die Erwartungshaltung ist einfach, dass ein Feuerwehrmann in Erster Hilfe geschult ist und dann ist es gut, so geschulte Kameraden in den eigenen Reihen zu haben.“ Wie lebensrettend das sein kann, weiß Mann. „Vor gar nicht langer Zeit hat ein junger Kamerad in Grombach erfolgreich einen Menschen mit einem Herzstillstand reanimiert.“Doch nicht nur in Einsätzen und bei der Personalplanung waren die Retter im vergangenen Jahr gefordert. „Wir haben neun Fahrzeuge gleichzeitig in der Beschaffung. Das ist in Bad Rappenau noch nie dagewesen und eine große Herausforderung für uns, denn die Fahrzeuge müssen nicht nur beschafft werden, es müssen die Kameraden auch auf die Fahrzeuge geschult werden.“Leistungsabzeichen Apropos Schulung: Derzeit bereiten sich sieben Gruppen auf die Abnahme der Leistungsabzeichen vor und werden für diese Herausforderung sonntagmorgens geschult. Mann zählt auf: „Wir haben zwei Gruppen, die sich auf das bronzene Leistungsabzeichen vorbereiten, drei Gruppen bereiten sich auf Silber vor und zwei Gruppen auf Gold.“ Er freut sich: „Daran sieht man, wir haben einen guten Nachwuchs und einen guten Zulauf. Schon vergangenes Jahr legten 18 Kameraden das Leistungsabzeichen in Bronze ab – und das mit null Fehlern.“ Und noch ein Thema, das weniger mit den vier eigentlichen Tätigkeiten der Feuerwehr zu tun hat, beschäftigte die Wehr im vergangenen Jahr. „Die permanenten Anpassungen an die jeweils gültige Corona-Verordnung waren sehr fordernd.“Bild: Die Bad Rappenauer Retter üben, wie sie eine unter einem Fahrzeug eingeklemmte Person retten (Quelle: Franz Theuer, HSt)