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Datum & Uhrzeit: 2017-06-06

Autor: Ulrike Plapp-Schirmer, HSt

„Mann“ sicher aus dem Wasser geborgenDas Wetter hätte nicht besser sein, die gemeinsame Prüfung von DLRG und Freiwilliger Feuerwehr Bad Rappenau nicht besser verlaufen können: Alle 16 Teilnehmer haben bestanden.Sie haben früh morgens in 40 Minuten 30 Fragen beantwortet. Sie haben am Bootsanleger in Heinsheim die Knotenprüfung und die Praxis weitgehend fehlerfrei absolviert. „Wir hatten eine gute Vorbereitung seitens der DLRG“, sagt Feuerwehrmann Martin Gramlich.Vertrauen Theorie, Knotenprüfung und Praxis auf dem Wasser: Diese Stationen muss erfolgreich absolvieren, wer den amtlichen Sportbootführerschein für Binnengewässer bekommen will. Die Bad Rappenauer Ortsgruppe der DLRG hat zwei Boote, die sie im Ernstfall einsetzen kann. „Aber auch die Feuerwehr hat Einsatzboote“, so Pressesprecher Florian Sommer: „Daher brauchen auch einige Kameraden dort den Bootsführerschein.“Gemeinsame Übungen und die Vorbereitung auf die Prüfung bauten schon im Vorfeld Vertrauen auf: „Man kennt sich.“ Und kann im Notfall besser zusammen arbeiten.Während die ersten Prüflinge im Wasser zugange sind, stehen immer zwei junge Leute nebeneinander an einem Seil, um dort unterschiedliche Knoten zu befestigen: Manche sollen sich festziehen, manche nicht. In welcher Situation welcher Knoten gebraucht wird, müssen Einsatzkräfte wissen. Von Prüfern des württembergischen Wassersportverbandes werden die jungen Leute abgefragt und beobachtet: Mehrere Wochen lang haben sie auf der Bad Rappenau I gelernt, korrekt an- und abzulegen, Kommandos richtig umzusetzen, Wendemanöver und einen festgelegten Kurs sicher zu fahren und einen „Mann“ aus dem Wasser zu ziehen, der zuvor über Bord gegangen war. Dieser „Mann“ ist am Samstagvormittag eine orangefarbene Boje.Aufgaben „Bei der Prüfung müssen sie zeigen, dass sie mit der Situation sicher umgehen können“, erklärt der Siegelsbacher Florian Krugmann, Leiter „Einsatz“ bei der DLRG in Bad Rappenau. Zusammen mit seinem Bruder Felix und dem stellvertretenden Leiter der DLRG-Ortsgruppe, dem Heinsheimer Daniel Holl, beobachtet Florian Krugmann die Prüfung von der Bad Rappenau II aus. Die Besatzung dieses größeren Bootes hat über den Sportbootführerschein hinaus eine tiefer gehende Ausbildung, in der rettungsspezifische Themen eine noch größere Rolle spielen. „Für die DLRG-Mitglieder ist das heute die erste Stufe“, erklärt Florian Krugmann: „Die Feuerwehr braucht das nicht. Wenn bei Rettungseinsätzen Wasser im Spiel ist, kommt automatisch die DLRG dazu.“Die Bad Rappenauer Ortsgruppe ist in die Rettungsplanung des Bezirks Heilbronn eingebunden, mit Einsätzen am Breitenauer See, beim Bad Rappenauer Lichterfest oder beim Römersee-Festival. Die Truppe selbst ist mit einem Altersdurchschnitt von unter 30 Jahren jung, mit einem sehr hohen Anteil an Aktiven: „Bei uns ist die Kameradschaft genau so wichtig wie bei der Feuerwehr“, sagt Florian Krugmann.Badeaufsicht Die DLRG-Ortsgruppe Bad Rappenau hat im April einen Schwimmkurs für zehn Flüchtlingskinder durchgeführt. Alle zehn haben die Prüfung bestanden. Drei erwachsene Flüchtlinge wurden zwischenzeitlich von der DLRG zu Rettungsschwimmern ausgebildet. Sie können nun im Freibad Rappsodie als Badeaufsicht eingesetzt werden. „Die hatten richtig Spaß an der Ausbildung“, sagt Felix Krugmann.